" DIE AUFMERKSAMKEIT" !

"Attention" (frzs.für Aufmerksamkeit) Kommt vom lateinischen "ad tendere" sich zu etwas hinstrecken.

Aufmerksam ist, wer seinen Blick, sein Ohr, seine Nase, seinen Geschmack, seine Hände, oder seinen ganzen Körper, auf etwas richtet, das er sieht, hört, fühlt, schmeckt oder berührt.

Dadurch werden ebenso sein Geist, seine Intelligenz und sein Herz bewegt.

Aufmerksam sein heißt, es ganz zu sein, vollständig. Halbe Aufmerksamkeit ist keine Aufmerksamkeit.

 

Warum sprechen wir von Aufmerksamkeit mit dem Gedächtnis ?

Weil es ohne Aufmerksamkeit auch kein Gedächtnis gibt.

Meistens fehlt uns nicht das Gedächtnis, sondern die Aufmerksamkeit.

Ein einfaches Beispiel :

 Nehmen Sie mal Papier und Bleistift :
Versuchen Sie, aus dem Gedächtnis Bild und Zahl eines 1-Euro-Stückes wiederzugeben.
Sehr wahrscheinlich wird das Ergebnis eindeutig sein. Wir gehen ja mit diesem Geldstück ständig um, haben es aber nie richtig aufmerksam angesehen. Aufmerksamkeit für etwas, das wir benutzen, ist nicht dieselbe Aufmerksamkeit, die wir aufwenden, um uns etwas zu merken!. !

Ein Plädoyer für die Unaufmerksamkeit :
Es ist unmöglich, immer alles zu behalten, was vor unseren Augen vor sich geht oder in unsere Ohren kommt. Die gewöhnliche Unaufmerksamkeit ist ein Schutzfaktor gegen den ständigen Angriff zu vieler Informationen, die sich uns anbieten, ohne dass wir sie haben wollen. Dass wir sie nicht sehen oder hören, ist sogar ein Verfahren, das gut dafür geeignet ist, sich gegen die ständige Überlastung mit Informationen zu schützen.

Aber die Medaille hat auch eine Kehrseite : Die ungewöhnliche Unaufmerksamkeit führt bisweilen zu einem ständigen Verhalten oberflächlicher Aufmerksamkeit, sodass wie gar nichts mehr behalten. Ohne dass wir es merken, bekommen wir ein Gedächtnis wie ein Sieb. Wenn man uns Erinnerungen zurückruft, können wir sie vielleicht wieder erkennen. Wenn wir sie uns aber selbst zurückrufen sollen, können wir das nicht mehr.

 

Wahrnehmung ist noch nicht speichern im Gedächtnis :

Nicht alles, was man wahrnimmt, wird auch sogleich ins Gedächtnis aufgenommen.

Ich habe zwar die Werbe-Aushänge an der Straße gesehen und das Lied im Radio gehört. Aber schon wenige Augenblicke später kann ich mich nicht mehr an sie erinnern.

Diese Informationen habe ich zwar wahrgenommen, aber nicht mit Aufmerksamkeit. Sie haben nicht die Bearbeitung der Aufnahme in das Gedächtnis erfahren.

Die Aufnahme in das Gedächtnis beginnt während der Wahrnehmung, aber tatsächlich erfolgt sie erst später. Erst wenn ich, nachdem ich ein Gespräch oder eine Sendung gehört habe, innehalte um darüber nachzudenken, beginnt wirklich die Arbeit der Aufnahme in das Gedächtnis.

Das Buch, das ich gelesen habe, hat mich interessiert. Ich habe es aufmerksam gelesen. Aber die wirkliche Tätigkeit der Aufnahme in das Gedächtnis wird erst anfangen, wenn ich es mit meinen eigenen Worten einem Gesprächspartner erzähle. Von nun an sind es meine eigenen Worte, die die Aufnahme des gelesenen Buches ins Gedächtnis sichern. Und auch die Dauerhaftigkeit der Erinnerung.

Es sei denn , ich lese oder höre schon mit der festen Absicht, es zu behalten. Dann muss es mich interessieren oder ich soll an andere weitergeben, was ich gerade sehe oder lese. Die Absicht, es anderen wiederzugeben, ändert vollständig die Art, wie ich etwas wahrnehme. Meine Wahrnehmung wird aufmerksam.

Die meisten Schwierigkeiten, uns zu erinnern, kommen nicht von einem fehlenden Gedächtnis, sondern von einem schlechten Einbringen in das Gedächtnis.

Eine kleine Probe :

 Versuchen Sie, den Inhalt der Informationen zu wiederholen , die Sie am Vorabend gehört haben. Ist es Vergessen, Uninteressiertheit oder Mangel an Aufmerksamkeit ?

Anscheinend gibt es da viele Leerstellen.

Verfolgen Sie jetzt die nächsten Informationen, wobei Sie sich sagen, dass Sie sie so vollständig wie möglich an einen kranken Freund weitergeben sollen, der sich auf Sie verlässt. Sie werden spüren, wie Ihre Aufmerksamkeit während der Sendung erwacht. Die geistige Arbeit der Aufnahme ins Gedächtnis erfolgt durch eine Wiederholung, mit geschlossenen Augen, nach der Sendung, sogar durch Wiederholung während des Tages. Dann ist man wirklich von Wahrnehmung zu Aufmerksamkeit übergegangen, und die führt zur Aufnahme in das Gedächtnis.

Nach der Arbeit ausruhen ...

Nach der Arbeit ausruhen ...Nach 90 Minuten wirklicher Arbeit ist eine Pause von einigen Minuten notwendig, damit unser Gehirn weiterhin funktionieren kann, frei und ohne zu große Ermüdung, die seiner Leistung schadet.

 

Zurück zum Seitenanfang haut de page

Zurück zur Startseite